Die Integrität

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S iehe Dir diese wunderschöne Landschaft an. Ich hatte mich für dieses Beitragsbild entschieden, da es Ähnlichkeit mit uns hat. Wir können von der Natur sehr viel über uns lernen. Sie steht für die Vollkommenheit, für die Vereinigung des Absoluten mit dem Relativen. Für Dualität und gleichzeitig Integrität. Das Yin und Yang. Dem Raum, dem Himmel, stehen die vorbeiziehenden Wolken und das sich mit den Jahren verändernde Gestein gegenüber und doch wirken ihre Kräfte stets aufeinander. Das selbe Prinzip ist auch in uns selbst zu finden. Und ich nenne es bewusst das selbe, denn wir sind unzertrennlich mit der Welt und den Gesetzen der Natur verbunden.

Um mich selbst besser zu verstehen, verglich ich meinen Körper mit diesem unendlichen Raum  – meine Herzgegend mit dem Gestein, das für die Stabilität steht, meinen Verstand mit dem Himmel, der für Klarheit steht, und meine Gedanken mit den Wolken, die nützlich und doch nur vorübergehend sind. So versuchte ich, es der Natur gleichzutun. Diese drei Kräfte sollten wie drei große Zahnräder miteinander vereint und zusammenarbeiten. Die Integrität.

Warum ich darüber schreibe? Weil viele Menschen die Integrität zu ihrer Umwelt verloren haben. Sie sind dann unglücklich und wissen nicht wieso. Aber auch viele haben die Ursache erkannt und wollen wieder in Integrität leben. Sie leben im Chaos. Im Chaos von Gefühlen und Gedanken. Und wenn auch noch körperliche Schmerzen hinzukommen, dann entfernen sie diese noch mehr von der Integrität, denn Schmerzen werden oft betäubt und unterdrückt, statt als Teil eines Ganzen gesehen zu werden.

In meinem letzten Artikel, Wandel und Hingabe, habe ich vom Prozess der Selbstreflexion geschrieben und was passiert, wenn dieser Prozess ausufert: Es entsteht ein Chaos. Die Selbstreflexion ist ständig damit beschäftigt, äußere Eindrücke in Gedanken zu verarbeiten und mit den Emotionen zu vereinen. Schenken wir diesem Prozess keine Beachtung, so können wir uns dessen gar nicht bewusst werden und somit keine Entschlüsse für unsere persönliche Entwicklung ziehen. Dann „rutscht“ alles ins Unterbewusstsein und es „entsteht“ ein Verhalten, das wir uns oft nicht erklären können. Zum Beispiel Wutausbrüche, Eifersucht, Selbstsucht usw. Jenes Verhalten, das auf solchen Gefühlen basiert, neigen wir dann an uns selbst zu hassen. Das Problem ist, dass wir diese Gefühle dann auch nur schwer als nur einen Aspekt unseres ganzen Selbst identifizieren können und denken, unser ganzes Selbst wäre dieses Gefühl.

Üben wir uns aber in bewusster Selbstreflexion, indem wir unsere Gedanken beobachten und die daraus entstehenden Gefühle erkennen und identifizieren, so können wir aus ihnen lernen, wer wir sind und welchen Weg wir gehen wollen.

Es ist ok, wenn man verwirrt ist, wenn man Fehler macht, nicht weiß, wohin mit sich selbst, sich verloren fühlt. Denn ohne diesen Prozess wüssten wir ja gar nicht, dass es auch eine andere Seite gibt – die der Klarheit, des rechten Handelns, der Entschlossenheit und Stabilität. Diese Erkenntnis ließ mich verstehen, dass beide Seiten füreinander und nicht gegeneinander arbeiten. Meine Mutter sagte immer zu mir: „Du musst durch die Hölle gehen, um das Paradies zu erkennen.“

Und damit hatte sie so Recht. Jetzt weiß ich, ich wäre heute nicht dieser ausgeglichene Mensch, wenn ich aus meiner Unausgeglichenheit nicht gelernt hätte. Ich hätte heute nicht diese Entschlossenheit, wenn ich zuvor nicht sprunghaft gewesen wäre. Ich wüsste nicht, was Glück ist, wenn ich das Leid nicht kannte. Ich wüsste nicht, was gut für mich ist, wenn ich davor nicht ständig Dinge täte, die nicht gut für mich waren. Und ich musste mich ziemlich lange hassen, um mich heute endlich lieben zu lernen. Natürlich kommen immer wieder neue Erfahrungen hinzu, die mich wieder aus der Bahn werfen und Menschen, die verletzende Dinge sagen. Dann dauert es wieder eine Weile, bis ich wieder im Einklang bin. Aber ich bin stets dankbar dafür, denn das zeigt nur, dass Wachstum immer stattfindet. Wer wäre ich, wenn ich fertig wäre, wenn der Wachstum abgeschlossen wäre? Ich glaube das würde sich ziemlich deprimierend und sinnlos anfühlen. Ja, ich würde wohl keinen Sinn mehr im Leben sehen und nur darauf warten, bis dieses Leid endlich ein Ende hat.

Wenn Du dich gerade in so einer Phase befindest und keinen Sinn mehr siehst, dann hast du womöglich noch nicht die Chance dahinter erkannt. Wie du sicherlich weißt, ist jede Herausforderung auch eine Chance. Erkenne sie und gib dir damit wieder einen Sinn.

Welchen Sinn hat der Regen? Welchen Sinn hat das Blumengießen?

Den Sinn des Wachstums. Hast du den Sinn verloren, dann hast du aufgehört zu wachsen.

Welche Erkenntnisse hast du durch Selbstreflexion ziehen können? Gibt es vielleicht etwas, das dich schon längere Zeit bedrückt, dich einfach nicht loslässt und vom weiteren Wachstum abhält? Vielleicht hast du auch ähnliche Erfahrungen gemacht:-)

Ich freue mich auf Deine Nachricht!

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