Vorurteile sind ein Hinweis, unser Selbstvertrauen zu stärken.

Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer Freundin, in dem es um das Vertrauen ging. Uns fiel auf, dass wir oft unbewusst Dinge aufnahmen, die uns allmählich misstrauisch machten, aber oft entging einem die Gelegenheit, diese Dinge anzusprechen und so blieb das Misstrauen in uns bestehen und daraus entwickelte sich auch allmählich das Vorurteil. Mich hat dieses Misstrauen oft dazu gebracht, letztendlich mich selbst in Frage zu stellen.

Eins ist für mich sicher: Das Vertrauen ist kein Gemütszustand, das durch eine Party oder durch einen schönen Film erzeugt werden kann. Freude beispielsweise hingegen schon – deshalb ist die Freude für mich von doppelter Natur, denn sie ist auch, genauso wie das Vertrauen, ein tiefes Quellgefühl, das sich wie ein innerliches Fundament anfühlt – unerschütterlich und grundlegend.  Das Vertrauen ist eine tiefe Überzeugung, die dir Geborgenheit und Zuversicht gibt. Wenn Du dir selbst vertraust, fühlst Du dich nicht durch fremde Handlungen bedroht, denn du gibst niemandem die Macht, deine Überzeugungen über dich selbst zu erschüttern. Siehst Du dir auch manchmal Kinder an und bemerkst in ihnen diese Unbeschwertheit, Mut und Vorurteilslosigkeit? Wenn Du sie in ihnen erkennst, dann bedeutet das, dass sie auch in dir selbst steckt. Aber irgendetwas blockiert dich…

Das Ende der kindlichen Vorurteilslosigkeit

Oft ist es nur ein Wort oder eine banale Bemerkung von einer gar nicht einmal so wichtigen Person, die einen für immer verändert. Der Samen des Misstrauens wurde eingepflanzt. Da dies oft in einem Alter geschieht, indem unsere Achtsamkeit und auch das Selbstvertrauen nicht ganz entwickelt ist, nehmen wir solche Signale von anderen in uns auf, ohne sie jemals zu hinterfragen. Und statt solche Situationen als Spiegel zu sehen, der uns nur aufzeigen wollte, dass wir noch ein wenig an unserem Selbstvertrauen arbeiten müssen, ließen wir die „bösen“ Worte direkt in unser Herz, um dort Schaden anzurichten. So verlässt uns manchmal schlagartig unsere kindliche Vorurteilslosigkeit und es fällt uns immer schwerer, offen fremden Personen und Neuem gegenüberzutreten.

Wir sehen dann einen Menschen, machen uns in Sekundenschnelle ein Bild und übertragen es auf die jeweilige Person, obwohl wir gar nicht wissen können, ob dieses Bild wahr ist oder nicht. Während wir aber solche Bilder in uns erschaffen, fühlen wir uns gleichzeitig nicht besonders wohl. Je fremder uns die Assoziationen mit dem anderen Menschen vorkommen, desto mehr lehnen wir sie ab. So erschaffen wir innerlich eine Distanz noch bevor wir diesen Menschen nahe kommen können.

Manchmal finden aber Prozesse, die unseren Misstrauen stärken, auf einer subtileren Ebene statt. Wir nehmen zum Beispiel einen komischen Blick, eine abweisende Tonlage oder eine schiefe Bemerkung wahr, die uns in dem Moment ein ungutes Gefühl gibt, konzentrieren uns dann aber wieder auf das, womit wir eigentlich beschäftigt waren und ignorieren somit dieses kurze intuitive Warnsignal. Kennst Du das? An dieser Stelle wäre unsere Achtsamkeit gefragt, denn diese hilft solche Warnsignale sofort zu erkennen, um daraufhin richtig reagieren zu können, anstatt alles herunterzuschlucken und Groll gegenüber anderen in uns wachsen zu lassen.

Stelle Dich dem Vorurteil

Also ich muss gestehen, dass ich mich heute noch manchmal in solchen urteilenden Situationen erwische, jedoch gehe ich heute anders damit um. Statt mich innerlich zu distanzieren und ein ablehnendes Gefühl in mir zu schüren, gehe ich aktiv auf diese Person zu und versuche Kontakt aufzubauen. Oft nehme ich dann eine gewisse Sympathie in mir war, da ich spüre, dass die jeweilige Person sich sogar darüber freut, sie angesprochen zu haben. Vielleicht, weil sie das gleiche über mich gedacht hat und sie nun auch von dem Vorurteil befreit ist. Gibt es vielleicht auch in deinem Umfeld so eine Person? Ich habe erkannt, dass dies für mich der richtige Weg ist, mit Vorurteilen umzugehen, denn dieser hat noch einen anderen Vorteil: Ich stärke dadurch mein Selbstvertrauen und gleichzeitig auch das Vertrauen in andere Menschen.

Schenke Vertrauen

Hast Du kein Vertrauen in dich selbst, so lebst du in ständiger Angst, denn ein bestimmtes Wort oder eine bestimmte Reaktion könnte dein Selbstbild zerstören. Du weißt dann oft nicht, ob Bemerkungen oder Auffälligkeiten von anderen berechtigt sind oder nicht. Du beginnst dann an dir selbst zu zweifeln und suchst nach Gründen, weshalb die Zweifel auch berechtigt sein könnten. Und wer nach Gründen sucht, wird sie auch immer finden! Ich zumindest habe immer einen guten Grund gefunden, nicht gut genug zu sein. Deshalb kann ich mich wirklich glücklich schätzen, dass ich auch Menschen um mich hatte, die an mich glauben und mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht haben. Diese Menschen haben mir Vertrauen geschenkt und somit mein Vertrauen in mich selbst gestärkt. Und das ist ein wundervolles Geschenk. Deshalb schenke auch Du Vertrauen, denn „wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch heraus“ 🙂

Wie tief ist Dein Vertrauen in dich selbst? Neigst Du öfter dazu, andere zu verurteilen? Wie leicht fällt es dir, anderen zu vertrauen? Wie optimistisch blickst Du in deine Zukunft? Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen!

In Liebe, Marta

 

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