Welcher Weg ist der Richtige?

Diese Frage habe ich mir wirklich sehr oft gestellt und mich damit jedes Mal fast in den Wahnsinn getrieben. Mein Argument wäre gewesen, es gibt einfach zu viele Möglichkeiten und viele der vorgestellten Alternativen hätten etwas Positives, wie auch Negatives. Also welcher Weg ist nun der richtige? Oder noch besser: Welcher Partner ist der richtige für mich? Wann lerne ich den richtigen kennen? Welcher Beruf ist der richtige? Das alles sind Entscheidungen, die für die Mehrheit die Grundsäulen des Lebens darstellen. Da ist es völlig normal, dass diese Entscheidungen auch wirklich gut getroffen werden wollen und schließlich leben wir nur einmal und da sollten wir uns schon möglichst für diejenigen Dinge entscheiden, in die wir unsere Zeit am liebsten investieren und die uns auch am glücklichsten machen…Nur welche sind das? Und wenn wir es wissen, wieso haben sie die „Anderen“, aber wir nicht?

…Na, hörst du das Ego plappern?

Hörst Du den Verstand, der dir noch unendlich viele logische Gründe nennen könnte, weshalb es notwendig ist, den richtigen Weg zu finden, um ja nicht zu versagen?

  • Da sind die „Anderen“, die es schon viel weiter gebracht haben,
  • die Eltern, die du auch stolz machen willst,
  • natürlich auch du selbst,
  • deine Erwartungen an dich selbst,
  • und die Erwartungen der „Anderen“,
  • Die Angst, jemanden zu enttäuschen…

und noch so vieles mehr. Ich habe jetzt nur die Punkte aufgezählt, die bei mir hauptsächlich für Chaos sorgten. Vielleicht ist es bei dir ähnlich. Frage dich doch einmal, was dich alles so in deinen Entscheidungen beeinflusst.

Merkst du, wie viele Aspekte auf dich einwirken, während du darüber grübelst, welcher Weg der richtige für dich ist? Natürlich kommt dabei keine klare Antwort heraus. Kein Wunder – Das ist, als ob du versuchen würdest, hundert verschiedene Personen, die vor dir stehen und auf dich einreden, gleichzeitig zu hören und zu verstehen. Versuche dir dieses Szenario einmal vorzustellen. Du wirst sehen, dass es unmöglich ist. Das einzige, das dabei herauskommt, ist Chaos.

Hast du dich stattdessen schon einmal gefragt, was dein Herz auf diese Fragen antworten würde? Oder genauer gesagt, die Liebe? Wenn du es nicht getan hast, dann möchte ich dir wirklich herzlichst nahelegen, auch dein Herz zu erfragen, wenn du vor Entscheidungen stehst, die dich wieder ins Grübeln bringen.

Denn die Liebe würde sagen:

Es gibt keine falschen Entscheidungen.

Jeder Partner ist der richtige für Dich.

Jeder Weg ist der richtige für Dich.

Und es gibt keine Fehler – nur Wachstumschancen.

Stelle Dir einen Fisch vor, der im Ozean schwimmt und sich jedes Mal Gedanken darüber macht, in welche Richtung er schwimmen soll. Ich glaube dieser Fisch würde bald an dem selbstverursachten Stress und dem selbstverursachten Freiheitsentzug sterben. Und ich sage bewusst „selbstverursacht“, weil wir es immer selbst sind, wie wir Dinge sehen und wie wir sie interpretieren und welche Gefühle wir mit unseren Interpretationen erzeugen. Wir können im Paradies leben und dennoch im Kopf in der Hölle sein. Es sind nicht die äußeren Umstände, die gut oder schlecht sind. Denn sie sind einfach, wie sie sind. Der Mensch ist der, der den Umständen einen Wert beziehungsweise eine Bewertung gibt. Fische sind nicht weniger Leben, als wir es sind. Nur haben sie diesbezüglich den Vorteil, kein Ego zu haben, dass ihnen Steine in den Weg legt, wenn es ungebändigt ist.

Nun stelle dir die Frage, wer wärst Du, wenn du nicht daran glauben würdest, dass es nur einen „richtigen“ Weg für dich gibt. Wäre es nicht ein befreiender Gedanke?

Wäre es nicht schön, wenn du davon überzeugt sein könntest, dass du genau jetzt wo du bist egal und mit wem du bist, auf dem richtigen Weg bist? Genau das bist du nämlich. Genau dort wo du jetzt bist. Denn du selbst hast die Entscheidungen getroffen, die dich auf den jetzigen Stand brachten und die dich hierher führten. Du selbst hast all diese Entscheidungen bewusst oder unbewusst getroffen. Und diese Entscheidungen haben dich immer nur in Situationen gebracht, die du gebraucht hast oder noch besser gesagt, die dein Inneres wiederspiegeln, damit Du darin erkennen kannst, wer Du bist.

Wir alle führen uns immer nur in die Situationen, die unser Inneres wiederspiegeln – also unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Wahrnehmungen, die Art, wie wir die Welt sehen. Die äußere Welt dient uns dazu, unsere innere Welt zu spiegeln, um uns selbst näher zu kommen und zu erkennen, wer wir sind.

Ein Beispiel:-)…

Ich bin nicht mehr ganz sicher, wo ich dieses wunderschöne bildliche Beispiel gelesen habe. Aber ich versuche es in eigenen Worten wiederzugeben: Ein Mensch, der sein Leben lang nur in einem weißen unendlichen Raum hängen würde, der würde nichts als weiß, nichts als die Unendlichkeit wahrnehmen. Er wüsste weder, wer er ist, noch gäbe es äußere Umstände, die ihm dazu verhelfen könnten, verschiedene Gefühle zu erwecken. Wenn jetzt aber in diesem Raum plötzlich ein kleiner schwarzer Punkt auftauchen würde, dann wüsste dieser Mensch schon eine Information mehr über sich. Nämlich, dass er nicht dieser Punkt ist und dass er größer als dieser Punkt ist.

Wir hingegen leben in einem Raum der unendlichen Fülle und wir müssen uns schon mit sehr viel mehr Dingen konfrontieren, als mit einem kleinen schwarzen Punkt. Diese Fülle bietet uns unendlich viele Möglichkeiten, wie Menschen, Situationen und Dinge, in denen wir uns wiederfinden können. Und so sind wir plötzlich mal größer, mal kleiner, mal schöner, mal hässlicher, mal klüger, mal dümmer und so weiter…

Und trotzdem bleibt die Frage: Wer sind wir wirklich, abgesehen von einem Maß, das sich ständig an sich ändernde Maßstäbe richtet? 

Viele wissen zwar nicht, wer sie sind, aber sie haben ungefähre Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben führen wollen. Und wenn sie vor wichtigen Entscheidungen stehen, dann fragen sie sich natürlich, ob die einhergehenden Folgen mit ihren Vorstellungen übereinstimmen werden. Sie suchen nach Lösungen, nach möglichen Resultaten und grübeln so ins Unendliche. Wobei das Unendliche bei jedem von seinen individuellen Grenzen abhängt. Jemand, der sein Leben lang in seiner Komfort Zone blieb, kennt natürlich nur das, was er in dieser Komfort Zone erleben konnte. Etwas Neues ist für diese Person natürlich schwer vorstellbar, da sie es nicht kennt. Hier wird diese Person an ihre persönlichen Grenzen stoßen.

Jemand, der sich aber ständig für Neues öffnet und immer wieder neue Begebenheiten in sein Leben lässt, der wird schnell erkennen, dass dieses „Neue“ ins Unendliche hinausläuft. Und wer diese Unendlichkeit im Außen erkennt, der wird auch schnell erkennen, dass diese Unendlichkeit auch in ihm ist.

Öffne Dich für die Unendlichkeit – Dich selbst.

Wenn du wirklich so begrenzt wärst, wie du denkst, dann wärst du wohl eher als Karton auf diese Welt gekommen. Entschuldige dieses absurde Beispiel, aber so lässt es sich leichter veranschaulichen. Denn da passt die Unendlichkeit tatsächlich nicht rein, denn der Raum dafür ist für unser Auge begrenzt. Da du aber kein Karton bist, sondern ein bewusstes, lebendiges Wesen, wirst du, solange du dich der Unendlichkeit öffnest, niemals an diesen Punkt kommen, an dem du sagst, ich bin fertig.

Ich wünsche mir wirklich sehr, dass Du das hier verstehst und zwar mit dem Herzen, weil die Logik noch nie gut darin war ihre Schwester, die Emotion, zu verstehen.

Denn es ist so unglaublich wichtig: Solange du denkst, dass es so etwas wie Fehler und den falschen Weg gibt, wirst du immer von der Angst geleitet sein, womöglich das Falsche zu tun und so wirst du dich immer vor der Unendlichkeit verschließen – Deinem Herzen. Weil du sagst, „das hier darf sein, aber das hier nicht.“

Wieso sollte es im Universum Dinge geben, die nicht sein dürfen? Wieso sollte es Möglichkeiten geben, die wir eigentlich nicht ergreifen dürfen? Wieso wurden uns Fähigkeiten gegeben, wenn wir sie nicht auskosten dürfen?

Wie du siehst, schließt das Universum absolut nichts aus. Nur Du selbst.

Also wieso schließt du dich selbst von Möglichkeiten aus, die dir vielleicht sogar Frieden bringen würden? Wieso verschließt du dich vor dem, das du nicht kennst – woher willst Du wissen, welcher Weg der richtige ist? Oder welcher Partner der richtige ist? Versuche es gar nicht erst als richtig oder falsch zu bewerten, denn du wirst darin keinen Frieden finden. Nimm die Dinge stattdessen einfach so, wie sie sind. Als Möglichkeit für neue Erfahrungen und für den persönlichen Wachstum. Denn manchmal müssen wir erst persönlich wachsen und die nötigen Erkenntnisse erlangen, um bereit für die nächste Stufe zu sein.

Der Partner, mit dem du gerade bist, ist genau der richtige für dich.

Denn er zeigt dir am besten, wer Du bist. Niemand anderes, als dieser jetzige Partner könnte das besser tun. Ich musste selbst durch einige Beziehungen gehen, bis ich wirklich wusste, welche Beziehung ich führen will. Und jetzt, wo ich das weiß, würde ich mich auf nichts weniger einlassen wollen. Wir lassen uns immer nur auf das ein, was uns würdig erscheint. Eine Frau, die sich von ihrem Mann schlagen lässt, lässt das zu, weil sie sich ihrer Würde noch nicht bewusst ist. Ein Mann, der seine Frau schlägt, ist sich weder der Würde seiner Frau, noch seiner eigenen bewusst, denn er schlägt nicht nur sie, sondern auch sich selbst.

Der Beruf, den du gerade ausübst, ist genau der richtige für dich.

Auch würde ich jetzt nicht wissen, welche Dinge mich glücklich machen, wenn ich zuvor nicht Dinge täte, die mich unglücklich machten. Ich würde auch nicht wissen, in welche berufliche Richtung ich mich entwickeln möchte, wenn ich zuvor nicht ständig Berufe ausgeübt hätte, die mich zwar nicht glücklich machten, aber dennoch immer wenigstens einen Aspekt zeigten, an dem ich meinen Spaß gefunden hatte. Und so wechselte ich die Jobs immer und immer wieder, um bewusst neue Erfahrungen zu sammeln und für mich die Aspekte herauszupicken, die mir am meisten Spaß machten. Durch diese Erfahrungen hat sich das Puzzle allmählich immer mehr zu einem großen Ganzen zusammengefügt, in dem ich meine Rolle erkannte.

Also: Du bist auf dem richtigen Weg und du warst es schon immer. Du bist mit dem Richtigen zusammen, denn jeder Partner ist der richtige für deine Entwicklung. Du kannst keine falschen Entscheidungen treffen, außer die, die dir Schmerz bringen, aber der Schmerz ist gut, denn aus ihm lernen wir am besten und erkennen am besten, was wir nicht wollen. Jeder, der einmal ein gebrochenes Herz hatte und es überwunden hat, wird wissen, wovon ich spreche.

Deshalb hab Vertrauen und Zuversicht, dass alles so ist, wie es sein soll und hab Vertauen in dich selbst, dass du immer nur das Beste tust, was du kannst. Und wenn es im Nachhinein ein „Fehler“ war, dann erkenne zumindest die lehrreiche Pointe, in der du erkannt hast, dass es ein „Fehler“ war. In Zukunft wirst du es anders machen.

In Liebe,

Marta

Kategorien Gefühle, Wachstum & BewusstseinSchlagwörter , ,

4 Kommentare zu „Welcher Weg ist der Richtige?

  1. Die meisten Menschen scheitern an der Freiheit der Wahl.Freiheit bedeutet immer Verantwortung.Menschen in unseren Gefilden mögen aber nicht selbst entscheiden.Sie möchten alles maßgerecht geliefert.Und perfekt Sie wissen nicht das Liebe immer Vollkommen ist,daher möchten sie die Liebe perfektionieren.Das Leben perfektionieren.Alles muss stimmen.Alles muss zu ihnen passen.Leider wissen die Allermeisten aber nicht was zu ihnen passt,da sie sich selbst nicht kennen.So beginnt das Leben im Hamsterrad.Vorstellung und scheitern.Vorstellung und scheitern.Immer und immer wieder.

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    1. Lieber Robert,
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Das hast du schön gesagt.
      Ich denke , wer nach Antworten sucht, der wird sie immer finden.
      Wer wirklich erfahren will, wer er ist, der wird sich auch auf eine tiefere Ebene einlassen, die auch manchmal dazu führt, innere Werte und Lebensstile zu hinterfragen. Wer wirklich frei sein will, der wird die dazugehörige Verantwortung nicht als Hindernis sehen. Alles hängt vom eigenen Willen ab und wenn es bei manchen noch nicht der Wille ist, Dinge zu hinterfragen, dann ist auch das ihre eigene Verantwortung, selbst wenn sie denken, keine Verantwortung zu haben.
      Wie sagt man so schön, jeder bekommt soviel, wie er tragen kann und woher sollten wir auch wissen, wie sich Freiheit anfühlt, wenn wir nicht erst einmal das Hamsterrad erfahren:-)?
      Lieben Gruß

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  2. Ein schöner positiver Artikel, mit dem ich mich sehr identifizieren kann. Je älter ich werde, stelle ich fest: Jede Erfahrung war bisher für etwas gut und hat mich weitergebracht bzw. zu derjenigen gemacht, die ich jetzt bin.
    Liebe Grüße
    Sonja von http://www.mein-hp-psych.de

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    1. Liebe Sonja, vielen Dank für deinen Kommentar.
      Das ist sehr schön, dass du das für dich festgestellt hast und vor allem auch die nötige Achtsamkeit dafür hattest bzw. hast.
      Manchmal dauert es sehr lange, bis sich ein „Kreis“ schließt und man die Zusammenhänge der Erfahrungen endlich erkennen kann. Aber so übt man sich in Geduld und erlangt am Ende noch mehr Zuversicht. Das ist sehr schön:-).

      Liebste Grüße und auch vielen Dank für deinen Link, auf den ich schon gespannt bin:-)!

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