Über Selbstbewusstsein, die Suche nach Sicherheit und den Vergleich mit Anderen.

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Es ist einiges passiert in den letzten Wochen. Das war auch der Grund, weshalb ich etwas Abstand vom Schreiben nahm. Es gab so vieles, das reflektiert werden wollte – so viele Veränderungen, die erkannt und angenommen werden wollten. So viele emotionale Ereignisse, wenn nicht DAS emotionale Ereignis – der Abschied eines Menschen, der mein Leben nachhaltig geprägt hat und dessen Abdruck bis heute in mir weiterlebt – das verarbeitet und als neue Weltsicht wiedergeboren werden wollte. Endlich fühlt es sich an, als ob alles wieder am richtigen Platz säße. Alles neu Gewonnene musste erst seinen Platz in mir finden, so manches Altes dadurch ersetzt werden. Dieser Wandel war wie ein eiskalter Wind, der meine Haustür aufgeschlagen und all den Staub aufwirbelte, den ich nur so erkennen und aufwischen konnte. Auch die Trauer lud mich dazu ein, Neues aus ihr zu schöpfen. Und dort, wo Trauer war, ist nun eine Quelle der Dankbarkeit – die Erinnerung. 

Ich möchte den heutigen Beitrag dem Thema Selbstbewusstsein widmen. Da auch das Selbstbewusstsein etwas ist, wofür ich unendlich dankbar bin – denn ohne unser Bewusstsein wäre es uns überhaupt nicht möglich über Dinge nachzudenken und zu neuen Schlüssen zu kommen, die unser inneres Wachstum weiter vorantreiben und unser Selbstbewusstsein stärken.

Bevor Du das hier weiter liest, bitte ich Dich, einmal für dich selbst zu definieren, was Selbstbewusstsein für DICH bedeutet. Nehme dir dafür ein paar Minuten Zeit. Vielleicht ist dieser Text danach gar nicht mehr nötig, da Dir ganz von alleine etwas einleuchtet:-)…

Du wirst nämlich hunderte von Artikeln über dieses Thema finden und der Grund, weshalb manche Inhalte nicht die gewünschte Wirkung in dir entfalten ist, dass Du eventuell eine andere Definition von Selbstbewusstsein hast, als derjenige, der den Artikel verfasst hat. Und das ist auch völlig OK – denn jeder hat seine eigene Wahrheit und DU bist nicht wie der andere oder die andere. Jeder von uns ist einzigartig und je mehr Du dir darüber bewusst wirst, desto mehr wirst du auch dir selbst erlauben, eine völlig unterschiedliche, authentische Denkweise zu entwickeln, die sich wiederum in deinem Sein spiegelt. Du strahlst es dann aus.


Doch bevor irgendeine Veränderung stattfinden kann, musst Du erst einmal erkennen und akzeptieren, wo Du gerade bist. Sollte Dir das Unbehagen bereiten, was völlig normal ist, dann versuche es wenigstens für 30 Sekunden. In den 30 Sekunden stellst Du dir vor, du könntest deine Realität mit all deinen Problemen einfach annehmen und akzeptieren – Du würdest Dir keine andere, außer dieser einen Realität wünschen.

Sage Dir: „Ich habe mein Leben lang Zeit, um unzufrieden zu sein. Ich beschließe nun, zumindest für 30 Sekunden meines Lebens Frieden mit ALLEM zu schließen. Einfach nur, um zu sehen, wie sich dies anfühlt.“

Die Vorstellungskraft ist die schönste Gabe, die wir haben. Denn sie kann uns inmitten einer Hölle ins Paradies führen.


Wer Frieden damit schließt, dass nichts in seinem Leben sicher ist, der wird die wahre Sicherheit finden.

Die Menschen, die sich ihres Selbst nicht bewusst sind – die nicht wissen, wer sie sind – folgen einfach der Masse und ordnen sich Werten und Vorgaben der Anderen unter, in der Hoffnung dort Sicherheit zu finden und nicht aus der Reihe zu tanzen. Diese Sicherheit finden sie auch – auch wenn nur eine Illusion davon. Denn Sicherheit werden wir niemals im Außen finden können, solange wir uns in uns selbst nicht sicher fühlen. Wir können im sichersten Gebäude der Welt sein und dennoch Panikattacken bekommen, weil wir Gedanken haben, die uns vortäuschen, es wäre unsicher. Unsicherheit entsteht immer, wenn wir uns von unserem wahren selbst entfernen und es im Außen suchen. Viele denken, ihr Selbstwert hinge von ihrem Berufstitel, einem Auto oder dieser einen teuren Tasche ab. Sie denken (unbewusst!) je teurer oder namhafter etwas ist, desto mehr seien sie wert. Unbewusst deshalb, da jemand, der weiß wer er ist, keine dieser Dinge braucht, um glücklich zu sein. Vielmehr besitzt er diese Dinge, weil er mit sich selbst glücklich ist und der äußere Reichtum nur ein Spiegel seines inneren Reichtums ist. Ein bewusster Mensch wird niemals glauben, er bräuchte äußeren Reichtum, um innerlich erfüllt zu sein. Und ist das nicht ein wunderbar befreiender Gedanke?

In Wirklichkeit sind es niemals die Anderen, denen wir uns unterordnen, sondern  unser eigenes wahres Selbst.

Ich glaubte beispielsweise oft, mein wahres Selbst könnte für gewisse Personen – die auch nicht sie selbst waren – zu dominant oder zu einschüchternd sein. So habe ich mich oft kleiner gemacht, indem ich gegen mein Gefühl handelte, nur um es dem Anderen Recht zu machen. Wir haben Angst, unsere eigene Größe könnte jemanden erschrecken oder einschüchtern – vielleicht auch uns selbst – und so machen wir uns klein, weil etwas tief in uns sitzt, das uns eine leise Ahnung davon gibt, wie groß wir eigentlich sind.

Selbstbewusstsein kommt durch Selbstachtung – der Be-Achtung der eigenen Gefühle.

Warum? Weil Deine Gefühle deine persönlichen Wegweiser sind. Hast Du jemals einen Menschen erlebt, der den exakt gleichen Weg wie ein anderer eingeschlagen hat? Nein, wirst Du auch nicht – denn niemand ist exakt gleich wie der andere und der, der es versucht, dem droht, sich selbst – sein Selbstbewusstsein – zu verlieren.

Werde deines Selbst bewusst, indem Du auf deine Gefühle hörst.

Lausche dem positiven Gefühl, das Dir sagt, mach weiter so. Und achte auf das negative Gefühl, das Dich vor falschen Pfaden warnt. Hinterfrage, ob es wahr ist, was die anderen über dich sagen. Und wenn die Antwort ein negatives Gefühl ist, dann weißt Du, dass es nicht Deine Wahrheit ist. Sei Dir bewusst, dass Wahrheit relativ ist und die deine muss nicht der eines anderen gleichen. Mit anderen Worten – was für Dich gut ist, muss nicht für den Anderen gut sein und umgekehrt.

Auch die Angst ist ein uraltes Warnsignal, das der frühen Menschheit nützlich war, um es vor Gefahren zu bewahren. Jene Angst hat sich aber anders angefühlt. Das kann jeder bezeugen, der sich einmal in ernsthafter Lebensgefahr befand. Die Angst, die manche heute haben, wenn Sie an das denken, was andere denken könnten, ist vielmehr eine neue Gefühlsform – eine Mischung aus Unruhe und Verwirrtheit. In dem Augenblick, in dem wir uns mit anderen vergleichen, erzeugen wir eine Unruhe in uns. Diese Unruhe entsteht, wenn wir uns von uns Selbst entfernen und stattdessen unseren Fokus auf andere richten.

Wir sollten uns nur mit einem einzigen Menschen in unserem Leben vergleichen: Mit dem, der wir gestern waren.

Denn diese Art des Selbstvergleichs ist wohl die einzige, die uns ein gutes Gefühl geben kann. Ich fühle mich gut, wenn ich mich daran erinnere, wie impulsiv ich früher auf gewisse Dinge reagiert hätte und wie gelassen ich heute bin. Dieser Vergleich zeigt mir, dass ich mich weiterentwickelt habe und ich stolz auf mich sein kann. Wenn ich aber meine stolz gewonnene Gelassenheit mit der des Buddha ernsthaft vergleichen würde, wäre mir meine wiederum nichts mehr wert und wieder würde ich mich nicht gut genug fühlen. Und das ist aber, was fast ALLE Menschen machen – JEDEN TAG! Sie vergleichen ihre Anfänge mit den fortgeschrittenen Prozessen der anderen. Merkst Du, wie komisch das ist:-)?

Letzten Endes dreht sich alles immer nur um ein Gefühl. Glück oder Unglück. Die Menschen suchen nach Glück, ohne auf Ihre Gefühle zu achten. Dabei liegt genau darin der Schlüssel. Frage dich nicht, ob du selbstbewusst genug bist, um einen glänzenden Auftritt zu leisten. Frage dich lieber, ob du jetzt gerade glücklich bist und höre auf dein Gefühl. Das ist der erste wahre Schritt in Richtung Selbstbewusstsein.

Ich glaube an Dich:-).

 

In Liebe,

Marta

 

 

 

 

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