Mache Dein EGO zu Deinem Freund, statt es loswerden zu wollen!

Manche spirituelle Lehrer erzählen uns, wir müssten unser Ego loswerden. Und mir ist aufgefallen, dass viele Menschen andere kritisieren, dass sie ein „zu großes Ego“ hätten. Andere warnen sogar vor dem „spirituellen Ego“, dass wir uns unwissentlich aufbauen, während wir uns vor anderen durch unsere spirituellen Praktiken versuchen, zu erhöhen. All dies mag gewisse Wahrheiten beinhalten, doch stimme ich nicht damit überein, dass es falsch ist, ein großes Ego zu haben oder gar es loszuwerden. 

Was ist eigentlich das „Ego“?

Das Ego ist das, was wir als unser Ich bezeichnen. Aber wer ist „Ich“? Das „Ich“ denkt, es bewertet, es zweifelt, es kritisiert, es hat Angst, es urteilt, es analysiert, es erinnert sich…es hat bestimmte Meinungen, gewisse Sichtweisen, bestimmte Vorstellungen und Erwartungen. Wir wurden nicht mit unserem Ego geboren. Wir erschaffen es selbst seit unserer Kindheit an, indem wir Schlüsse aus bestimmten Erfahrungen ziehen, annehmen, was uns unsere Eltern und Lehrer über uns sagen, glauben, was uns die Medien berichten,  lernen, was uns das Bildungssystem übermittelt…

Das Ego ist zuständig für die individuelle Art, wie wir unsere Realität wahrnehmen und Situationen beurteilen. Es ist unsere Identität und hilft uns, unserem Selbst Ausdruck zu verleihen. Aber wieder geben wir unserem Selbst nur insoweit Ausdruck, wie wir dies in unseren Lebensjahren gelernt haben. 

Wir haben gelernt, dass wir gewisse Gefühle nicht zeigen dürfen, „Männer dürfen nicht trauern“, „Frauen dürfen nicht wütend sein“ und vor allem Angst dürfen wir nicht haben, dann gelten wir als schwach. Unser Ego ist wie ein eingespieltes Computerprogramm, dass ständig diverse „Wenn-Dann“ Funktionen ausführt. 

Und nun verteufeln wir unser Ego und versuchen es loszuwerden, da wir merken, dass es der Auslöser unserer Ängste und Sorgen, Urteile und Unsicherheiten ist. Was wir aber versuchen loszuwerden, wird noch stärker. Eine liebe Freundin hat dies einmal super auf den Punkt gebracht: Was wir im Grunde genommen machen, wenn wir unsere Gedanken ablehnen und unsere Gefühle unterdrücken ist, wir bauen einen Damm mitten in den Fluss und dort staut sich das Wasser und wird immer höher, auch wenn es gut unterdrückt wird. Alle Energie staut sich dort, wo Widerstand ist. So auch Deine Gedanken und Emotionen. Als Folge fühlen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes blockiert, können mit unserer Wut nicht mehr umgehen und sind traurig „ohne Grund“ oder verfallen schlimmstenfalls in Depressionen. 

Wie können wir uns mit unserem Ego anfreunden? 

Behandle Dich selbst, wie Deine beste Freundin/Deinen besten Freund. Schenke Dir dort Anerkennung, wo Du sie im Außen suchst. Mache Dir Komplimente. Mache anderen Komplimente. Sei ehrlich. Lasse Deine Gefühle zu – sie sind vollkommen menschlich – wie unnormal sie Dir auch zu sein scheinen. Wenn Dich eine Person nicht gut behandelt, sage ihr, was Du daran verletzend fandest und wie Du es dir gerne wünschst. Beschuldige nicht andere – gehe heraus aus dem „Du“ hinein in das „Ich“. Denn alles beginnt bei uns selbst. WIR sind die, die die Dinge bewerten und es ist UNSERE Konditionierung, wie wir Dinge wahrnehmen. Wenn Dich irritiert, was eine Person zu dir sagt, halte kurz inne und frage nach, ob Du sie richtig verstanden hast. Spreche aus, was Dich bedrückt. Sage, was Du denkst. Deine Meinung IST wichtig. Nähre nicht den Groll in Dir durch eigene Interpretationen von Dingen, die jemand gemeint haben könnte oder durch Sachen, die unausgesprochen sind. Öffne Dich und habe keine Angst vor dem Urteil. WIR selbst sind unsere größten Richter. Was die anderen denken, das lasse ihre Sorge sein – das ist ihre Baustelle, nicht deine. Höre auf, Dir deinen Erfolg selbst zu vereiteln – Du kannst es. Wo hast Du als Kind keine Aufmerksamkeit bekommen und hast Trotz entwickelt? Erkenne den Schmerz und verzeihe Dir. Jeder kann erfolgreich sein, niemand ist als Versager geboren….

Es gibt keinen strafenden Gott. Allein wir selbst bestrafen uns durch unser Urteil und das Leid, das wir in uns so auslösen. Wie klein müsste ein Gott sein, der es nötig hat zu strafen? Gott ist für mich die Personifizierung der Liebe selbst. Sie ist überall, sie ist bedingungslos und sie versteht. Dort, wo wahres Verständnis ist, gibt es keinen Anlass zu verzeihen, weil nie eine Tat begangen wurde. Auch die schlimmste Tat entsteht aus tiefem Schmerz und einer miss geratenen Kindheit. Gehe verständnisvoll mit Dir um. Keine deiner Befürchtungen, deiner Sorgen, deiner Ängste, ist unbegründet. Dein Ego, das in dieser Form mit dir kommuniziert, versucht Dich auf deinen unverarbeiteten Schmerz hinzuweisen. Dein Ego versucht dir zu helfen. Es liebt Dich. Gehe nachsichtig mit deinen Emotionen um. Bringe Dir selbst Respekt entgegen. Wähle ermutigende und Gedanken und zwar so, dass sie mit deiner Wahrheit übereinstimmen. Nehme die Signale, die Dir dein „Ich“ und dein Körper aussendet, wahr und lerne sie zu deuten – Dir selbst zu Liebe. Setze Dir selbst das Ziel, dich selbst zu lieben. Denn Du wirst sehen, das wird dein ganzes Leben verändern. 

So lange wir uns selbst nicht lieben, anderen glauben, was sie über uns sagen, uns selbst vorwerfen, was wir (nicht) getan oder gesagt haben, stehen wir im Kampf mit unserem „Ich“. Ich habe gelernt, hinter all meiner Wut, meiner Verzweiflung, Unsicherheit, meinen Sorgen und Ängsten, sitzt ein tiefsitzender Schmerz, der geheilt werden möchte. Wunden, die uns in unserer Kindheit verursacht wurden. Mir war zum Beispiel lange nicht bewusst, wie sehr mich der Tod meines Vaters mitnahm.

Mein Vater hatte immer große Angst davor, dass ich ohne Glauben aufwachsen und versagen würde. Auch, wenn er mir dies nie direkt gesagt hatte, gab mir doch sein verzweifelt-wütender Ton, in dem er mir beispielsweise befahl Salat zu essen, das Gefühl, dass ich selbst nicht in der Lage wäre zu erkennen, was gut für mich ist und was nicht. 

Es hat lange gedauert, bis ich erkannt habe, dass sich die Beziehung, die ich zu meinem Vater hatte, sich immer wieder in meiner Beziehung mit anderen Männern wiederspiegelte. Ich fühlte mich von meinem Vater als heranwachsende Frau oft abgelehnt. Ich hatte das Gefühl, nicht gut genug zu sein und ihn nicht stolz machen zu können. Auf der anderen Seite wusste ich nicht, wie ich damit umgehen sollte, wenn er mich wieder einmal auf eine sehr unbequeme Weise darüber aufklärte, was ich zu tun hatte. So lernte ich mich mit einer Ignoranz-Einstellung ihm gegenüber zu schützen. Genau diese zwei Verhaltensextreme nahm ich dann als Erwachsene in den Beziehungen zu Männern ein. Es hat sehr lange gedauert, dies zu erkennen und mich von meiner Vergangenheit zu befreien – zu erkennen, dass wir nicht die Menschen sein müssen, die wir aus unserem Reaktionsverhalten gelernt haben zu sein, sondern uns völlig neu erschaffen zu können und so unsere Realität, unser gesamtes Umfeld, verändern können. 

Es ist keine Wissenschaft, dass wir als Kinder noch nicht in der Lage sind, Schlechtes von uns abzuwehren und Gutes anzunehmen. Sogar noch als Erwachsene können wir dies meist immer noch nicht, weil wir schlichtweg als Kinder und Heranwachsende Alles in uns aufnehmen und nicht gelernt haben, uns selbst lieben zu MÜSSEN. Es ist an der Zeit, dass wir genau Das lernen –  
Eigenverantwortung zu übernehmen und statt die Schuld in Anderen zu suchen, uns einfach versuchen, mit uns selbst anzufreunden, unsere seelischen Wunden zu heilen und verzeihen, uns selbst annehmen, wie wir sind und auch andere sein lassen, wie sie sind. Wir sollten uns die Selbstliebe als oberste Priorität setzen. ERSTRAHLE IN DEINEM LICHT, denn nur so kann der Funke auch auf andere überspringen. Indem wir uns selbst helfen und zu denen werden, die wir wirklich sind, erlauben wir auch den anderen, ihr wahres Selbst zu zeigen. 

Erlaube Dir, zu dir selbst und deinen Gefühlen zu stehen. Habe Vertrauen und wenn Du erwartest, erwarte nur Positives. Denn woran Du glaubst, wird dir zuteil.

Freundest Du dich auch bereits mit deinem Ego an? Was sind deine Erfahrungen? Wo hast Du besondere Hindernisse? Hinterlasse mir einen Kommentar, ich freue mich drauf! 

In Liebe,

Marta

2 Kommentare zu „Mache Dein EGO zu Deinem Freund, statt es loswerden zu wollen!

  1. Hey Marta,

    du schreibst so viel Wahres… ich habe mehr als nur einmal unterbewusst zustimmend genickt.
    Mit sich selbst im Reinen zu sein macht das eigene Leben gleich viel schöner, entspannter und realer.

    Liebe Grüße
    Basti

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Basti,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und das Feedback! Es freut mich, dass auch Du diese Erfahrung gemacht hast und dem zustimmen kannst:-).

      Wünsche Dir noch einen schönen Tag!

      Liebe Grüße

      Marta

      Gefällt mir

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